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Montag, 16. Januar 2012

save me from me

als ich mich aus dem warmen bett in den klirrend kalten raum rolle, denke ich, der tag wird vielleicht gar nicht so schlimm wie die 365 vorhergehenden. der gedanke kommt wie ein blitz in meinen kopf geschossen. dann - falle ich wieder ins bett zurück.
es fühlt sich an, als würde man mir jedes fünkchen wärme aus dem körper ziehen, nichts bleibt mehr übrig außer viel zu dichtem nebel, kein ende in sicht. keine nebelleuchte in reichweite.
meine synapsen rotieren, brennen durch, brechen auseinander.
ich liege zitternd in meinem bett und die verzweiflung kriecht in mir hoch.
wieso kann ich nichts dagegen tun?
wieso kommt sowas einfach immer, ohne dass ich es kontrollieren kann?
ich versuche, mein hirn auszuschalten, kontakt mit meinen beinen aufzunehmen. einfach laufen, lauf einfach ins bad, das ist nicht schwer.. im dunkeln trete ich aus versehen auf die stoffmaus von meinem kater und erschrecke mich so sehr, dass ich ein schreien nicht unterdrücken kann. gepusht von dem adrenalin was mich auf einmal durchströmt, renne ich den kurzen weg ins bad und drehe hinter mir den schlüssel im schloss um. geschafft.
die waage blitzt schon schwarz und fies aus der dunkelheit hervor. aber nein, heute wiege ich mich nicht. dann kann ich den tag gleich knicken, das wochende war essenstechnisch schrecklich.
an den badewannenrand gelehnt gehe ich im kopf meinen tag durch. das pack ich nicht. das wird so verdammt schwer. ich halte meine haare kurz unters wasser, reibe shampoo hinein und lege mich dann so lange in die dusche, bis es rausgespült ist. auf radio hören hab ich keine lust, alles nur dummschwätzer, die keine ahnung von irgendwas haben und denken lady gaga wäre das maß aller dinge.
ich raffe mich wieder auf, streif mir die klamotten über meinen nasskalten körper und klatsche mir lieblos ein bisschen schminke ins gesicht. ich will die menschen da draußen ja nicht erschrecken.
aber der eigentliche grund ist, dass ich mich dann auch wenigstens ein bisschen wie jemand fühle.
ich stöpsel mir den ipod in die ohren, kontrolle/schlaf schon seit tagen in der dauerschleife..
ich drehe cas so laut, bis ich den föhn nicht mehr höre und nach viermal repeat sind meine haare trocken. ich schließe leise die badezimmertür auf. sechs uhr dreißig. mein vater reißt viel zu euphorisch seine schlafzimmertür auf und fragt "fahren wir zusammen?" ich nicke, weil ich sonst jetzt schon losgehen müsste. aber so hab ich noch ein bisschen zeit..
draußen ist es noch dunkel und ich setz mich, mittlerweile mit alter bridge, watch over you im ohr auf den boden an meine heizung. ich drehe sie voll auf, friere trotzdem. direkt neben mir steht ein glas.
ich hatte alles schon genau in meinem kopf geplant. ich laufe leise die treppe hinunter und nehme ein par eiswürfel mit hoch. ich sehe zu, wie sich das glas langsam mit hellgrüner flüssigkeit füllt und sehe meine hände, wie sie ebenfalls hellgrüne (naja, eher pastellgrüne) tabletten aus der packung drücken.
eins zwei drei.
ich kneife die augen zusammen, stecke mir die tabletten in den mund, nehme das glas und spüle mit der hälfte nach. tränen schießen in meine augen, weil myles kennedy genau in diesem moment and who's gonna save me when you're gone? anstimmt.
aber ich darf nicht, sonst verläuft mein make up.
schluck für schluck verschwindet in meinem leeren, blitzsauberen magen an diesem neuen tag, an dem ich alles besser machen könnte. anders machen könnte. aber ich tu's nicht.

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